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Was sind Zoonosen?

Wissenswertes und Interessantes zu Zoonosen

Evolutionär betrachtet entstammt der Mensch dem Tierreich. Dementsprechend verwundert es nicht, dass Krankheitserreger existieren, die sowohl Tiere als auch Menschen infizieren können. Durch derartige Erreger ausgelöste Infektionskrankheiten bezeichnet man als Zoonosen.

Zoonosen kommen sowohl bei Menschen als auch beim Tier vor und sind von Tier zu Mensch und/oder von Mensch zu Tier übertragbar. Hierbei unterscheidet man in Zooanthroponosen, deren Erreger überwiegend aus dem Tierreich auf den Menschen übertragen werden, und den Anthropozoonosen, bei denen die Übertragung überwiegend vom Menschen auf Tiere stattfindet. Bei Fakultativen Zoonosen (Amphixenosen) erfolgt die Übertragung wechselseitig (siehe Abb. 1).

Zoonosen ArtenAbb. 1: Einteilung der Zoonosen nach Hauptinfektionsrichtung

Die Lebenszyklen und damit auch die Übertragungswege von zoonotischen Erregern können sehr unterschiedlich sein (siehe Abb. 2). Zu den Übertragungsmöglichkeiten zählen Schmierinfektionen, Bissverletzungen, tierische Nahrungsmittel (z.B. Fleisch, Milch, Eier) oder sogenannte Vektoren, wie Mücken oder Zecken, die als Überträger eines Krankheitserregers von einem Organismus auf einen anderen Wirt fungieren. Hierbei ist wichtig zu berücksichtigen, dass der Krankheitserreger nicht bei allen Trägern (Wirten) die gleichen Symptome auslöst. Je nach Übertragungsart können Zoonosen in verschiedene Gruppen unterteilt werden:

  • Bei Direktzoonosen (Orthozoonosen) erfolgt die Übertragung über einen direkten Kontakt oder einen mechanischen Vektor, wie z.B. Wind, von Wirbeltier zu Wirbeltier.
  • Eine Latente Zoonose wird durch einen asymptomatisch infizierten Zwischenwirt übertragen.  
  • Bei einer Metazoonose fungieren Avertebraten (Wirbellose), wie zum Beispiel Mücken oder Zecken, als Zwischenwirt. Der Zwischenwirt wird in diesem Fall auch als Vektor bezeichnet. Handelt es sich bei den Wirten um unterschiedliche Spezies, bezeichnet man den Zwischenwirt als einen „Brückenvektor“.
  • Handelt es sich um eine Saprozoonose, ist das Erregerreservoir oder bestimmte Entwicklungsphasen des Erregers außerhalb des Tierreichs (nichtanimalisch), z. B. im Wasser oder im Boden, zu finden.
  • Zyklozoonosen müssen während ihres Entwicklungszyklus zwischen verschiedenen Wirten wechseln, wobei Zwischen- und Endwirte immer Wirbeltiere sind. Die Anzahl der unterschiedlichen Wirte ist hierbei variabel.

Übertragungswege ZoonosenAbb. 2: Einteilung der Zoonosen nach Übertragungswegen

Aber nicht nur die Übertragungswege, sondern auch die Erreger selber sind sehr divers. Zoonosen können sowohl von Viren, als auch von Bakterien, Pilzen, Parasiten oder Prionen verursacht werden. Im Folgenden finden Sie eine Übersicht der verschiedenen Erregerarten und exemplarische einige zoonotische Erreger, die unter anderem innerhalb der Forschungscommunity der Nationalen Forschungsplattform für Zoonosen erforscht werden. Der jeweilige Links führt Sie auf die Seite des Robert Koch-Instituts, wo Sie Wissenswertes zu den einzelnen Erregern finden können.

Viren

Ein Virus ist eine organische Struktur, die über keinen eigenen Stoffwechsel verfügt. Sie werden daher nicht zu den eigentlichen „Lebewesen“ gezählt. Um sich vermehren zu können benötigt ein Virus eine geeignete Wirtszelle, dessen Replikationsapparat das Virus nutzen kann, um sich selber zu vermehren und auszubreiten. Nachfolgend finden Sie einige zoonotischen Viren.

Bakterien

Bakterien sind zelluläre Lebewesen, die zu den Prokaryoten zählen, d.h. ihre Erbinformationen (DNA) sind nicht in einem Zellkern angesiedelt, sondern befinden sich im Innenraum der Zelle (Cytoplasma) in Form eines Nucleotids. Bakterien treten in einer Fülle von verschiedenen Formen und Größen auf. Der menschliche Körper ist mit einer Vielzahl an verschiedenen Bakterien besiedelt, die vor allem den Darm und die Haut besiedeln. Einige Bakterien lösen jedoch auch Krankheiten aus. Im Folgenden finden Sie einige bakterielle zoonotische Erreger:

Parasiten

Ein Parasit ist ein Organismus, der einen Wirt für die Nahrungsversorgung und ggf. längerfristig als Lebensraum nutzt. Im Gegensatz zu einem Symbionten zieht der Wirt aus dieser Besiedelung keinerlei Vorteil bzw. kann dadurch einen Schaden erleiden. Parasiten können sowohl eukaryotische Einzeller (veraltete Bezeichnung Protozoa) als auch mehrzellige endoparasitäre Organismen sogenannte Helminthen (ugs. Würmer) sein. Bei den Helminthen unterscheidet man zwischen Plattwürmer (Plathelminthes), zu denen die Saugwürmer (Trematoden) und die Bandwürmer (Cestoden) zählen, und den Fadenwürmern/ Rundwürmern (Nematoden). Im Folgenden finden Sie Informationen zu einigen zoonotischen Parasiten.

Helminthen:

Pilze

Pilze bilden neben den Tieren und den Pflanzen die dritte große Gruppe der eukaryotischen Lebewesen. Eine parasitäre Besiedlung durch Pilze, eine sogenannte Mykose, kann zu verschiedenen Krankheitsbildern führen. Meist handelt es sich um Dermatophytosen, bei denen primär Haut, Nägel und Haare betroffen sind. Nachfolgend sind einige zoonotische Pilze gelistet.

Prionen

Prionen sind Proteine (Eiweiße), die im menschlichen/ tierischen Organismus sowohl in normaler Form als auch in einer gesundheitsschädigenden (pathologischen) Formen vorliegen können. Dabei können pathologische Strukturveränderungen auf andere Proteine „übertragen“ werden. Die Konfirmationsveränderungen können jedoch auch sporadisch auftreten oder durch einen genetischen Defekt verursacht werden. Im Folgenden finden Sie weitere Informationen zu Prionen.