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Pockenviren bei Tieren – altes Virus im neuen Gewand?

Workshop zu Ursprung, Ansteckungspotenzial und Ausbreitung zoonotischer Pockenviren

Einer der herausragenden Meilensteine der Geschichte der Weltgesundheitsorganisation WHO ist die Ausrottung der Pocken zu Beginn der 1980er Jahre. Dieser Erfolg konnte durch konsequente Impfung der globalen Bevölkerung und gesonderte Impfmaßnahmen bei Ausbrüchen erzielt werden.
Zoonotische Pockenviren – das heißt Pockenviren die von Tieren auf den Menschen übertragen werden – rufen seit mehreren Jahren die Aufmerksamkeit von Virologen, Immunologen und Ökologen hervor. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit ist zwingend erforderlich, da detaillierte Untersuchungen zum Ursprung, zur Ansteckungsfähigkeit und Ausbreitung von zoonotischen Pockenviren Grundlagen für eine verbesserte Diagnostik, Prävention und Therapie darstellen.

Gemeinsam mit Vertretern des Robert Koch-Instituts und der Freien Universität Berlin veranstaltet die Nationale Forschungsplattform für Zoonosen am 13. Mai 2011 den internationalen Workshop „Zoonotic Poxviruses – An Emerging Threat?“ am Robert Koch-Institut in Berlin. Dabei berichtet Victoria Olson vom amerikanischen Centers for Disease Control and Prevention (CDC) über einen Affenpockenvirus-Ausbruch in 2003 in den USA. Ursache der humanen Infektionen waren durch importierte Nager infizierte Präriehunde, die unter anderem als Haustiere gehalten wurden.
Giliane de Souza von der Universität Belo Horizonte aus Brasilien zeigt auf, dass zoonotische Pockenviren enorme ökonomische Schäden verursachen können. Am Beispiel wiederkehrender Ausbrüche eines brasilianischen Vaccinia-artigen Virus, welches von infizierten Milchkühen auf die Kontaktpersonen mit den Tieren übertragen wird, können wertvolle Informationen über die Pathogenese von zoonotischen Pockenvirus-Infektionen gewonnen werden.
In Deutschland bereitet den Experten das gehäufte Auftreten von Kuhpockenviren, die durch Haustiere wie Kuschelratten oder Katzen aber auch durch Zootiere übertragen werden, zunehmend Sorgen.

 
„Wir benötigen dringend einen interdisziplinären Erfahrungsaustausch zum globalen Auftreten von zoonotischen Pockenviren um besser für zukünftige Ausbrüche dieser vielseitigen und bislang wenig erforschten Krankheitserreger gewappnet zu sein und eine sachgemäße Risikobewertung durchführen zu können“, so Dr. Andreas Nitsche vom Robert Koch-Institut und Dr. B. Karsten Tischer von der FU Berlin. Die wissenschaftlichen Leiter der Veranstaltung heben hervor, dass bislang unbekannte zoonotische Pockenviren, die ein Gefahrenpotenzial für den Menschen darstellen, jederzeit und überall auftreten können.
 
Die beiden fordern gemeinsam mit den Kollegen Prof. Dr. Gerd Sutter von der Ludwig-Maximilians-Universität München die Forschungsaktivitäten im Bereich der zoonotischen Pockenviren zu intensivieren – denn der nächste Ausbruch zoonotischer Pockenviren kommt mit Sicherheit. Um auf solche Szenarien vorbereitet zu sein unterstützt die Nationale Forschungsplattform für Zoonosen, deren Hauptziel die intensive Vernetzung der Akteure der Zoonosenforschung ist, den internationalen Workshop.
 
Vertreter der Presse sind herzlich eingeladen den aktuellen Stand der Forschung zu zoonotischen Pockenviren und Details der Ausbrüche in den USA und Brasilien gemeinsam mit Vertretern des CDC, der Universität Belo Horizonte (Brasilien), des Robert Koch-Instituts und der Ludwig-Maximilians-Universität München am Ende der Veranstaltung um 17.30 Uhr zu diskutieren.
 
 
Weitere Informationen:
Das Programm und detaillierte Informationen zu der Veranstaltung finden Sie unter www.zoonosen.net.
Das Robert Koch-Institut informiert unter „Infektionskrankheiten A-Z“ über Pockenviren.
 
 
Ansprechpartner für die Medien:
Dr. Gerlinde Benninger
Nationale Forschungsplattform für Zoonosen
c/o Institut für Molekulare Virologie (IMV)
Westfälische Wilhelms-Universität Münster
Von-Esmarch-Straße 56, 48149 Münster
Telefon: +49 251 83 53 011, mobil: 0151 – 56912423;
E-mail: benninge@ukmuenster.de
 

Die Pressemitteilung zum Download befindet sich hier.



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