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BVL veröffentlicht Zoonosen-Monitoring 2009

Bericht zum Vorkommen von Zoonosen-Erregern in der Lebensmittelkette

3. November 2010 Das Zoonosen-Monitoring 2009 ist nun vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) veröffentlicht. Dieser Bericht enthält exakte Daten zum Nachweis von zoonotischen Erregern in Lebensmitteln und in Lebensmittel-liefernden Tieren. Auf Basis der EU-Richtlinie 2003/99/ EG zur Überwachung von Zoonosen und Zoonoseerregern wird dieser Bericht erstellt und ist ein wichtiges Hilfsmittel zur Kontrolle und Prävention von lebensmittelbedingten Zoonosen. Er enthält darüber hinaus Monitoring-Daten von antibiotikaresistenten Mikroorganismen. Bis Ende 2011 sollen in Deutschland 40.000 Proben im Rahmen des Zoonosenmonitorings analysiert werden.

Das Zoonosen-Monitoring 2009 enthält Daten, die aus 5.474 Proben von Erzeugerbetrieben, Schlachthöfen und Einzelhandel gewonnen wurden.
Überwiegend werden Erreger, die schwerwiegende Gefahren für den Menschen bedeuten können, beobachtet. Dazu zählen derzeit Salmonella spp., Campylobacter spp., Methicillin-resistente Staphylococcus aureus (MRSA) und Verotoxin-bildende Escherichia coli (VTEC). Die Daten zeigen, dass Geflügelfleisch (Hähnchenfleisch (47%), Hähnchenfleischzubereitungen (23,3%), Putenfleisch (19,5%)) zu einem nicht geringen Anteil mit Campylobakter spp. kontaminiert waren, wohingegen Kälberfleisch (0,3%) wenig betroffen waren. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei der Untersuchung auf Salmonella spp.. Während Geflügelfleisch und Geflügelfleischzubereitungen laut Bericht in bis zu 7,6% (Hähnchenfleisch) der Fälle kontaminiert waren, konnten die Erreger in Kalbsfleisch (0,5%) oder Kalbfleischzubereitungen (kein Nachweis) nur selten gefunden werden. Der Salmonellen-Nachweis in Schweinefleisch ergab ein Vorkommen von 1,4 %. In Schweinehackfleisch konnten jedoch in 5 % der Fälle Salmonella spp. nachgewiesen werden. Laut BVL könnte dies auf Hygienemängel während der Herstellung zurückgeführt werden. Da Schweinehackflesich hierzulande teilweise roh verzehrt wird, rät das BVL dazu, hier die Anstrengungen zur Reduktion der Kontaminationsrate zu intensivieren.
 
Für Verbraucher gilt: Es ist ratsam, die Empfehlungen zur Küchenhygiene (Hände waschen, Trennung von rohem und gekochtem Fleisch, Trennung von Gemüse und Fleisch bei der Zubereitung) zu befolgen, um Kinder oder Menschen mit einer Immunsystem-Schwäche vor Infektionen zu schützen.
 
Für die Untersuchungen auf resistente Mikroorganismen wurden Kot- und Staubproben, aber auch Proben von Fleisch und Fleischprodukten verwendet. Die Ergebnisse zeigen, dass resistente Erreger in der Tierproduktion vorkommen und dort eine wesentliche Rolle spielen. Die Bekämpfungsprogramme bei Legehennen belegen aber auch, dass eine Bekämpfung möglich ist: 93 % der untersuchten Proben von Legehennen enthielten im Jahr 2009 sensible Salmonella-Isolate, wohingegen bei einem Großteil der Isolate aus Hähnchen- und Putenfleisch mindestens eine Resistenz nachgewiesen werden konnte. Ebenfalls spielen in der Lebensmittelproduktion einfach- oder mehrfach resistente E-Coli und MRSA eine Rolle, die bei fast allen Untersuchungsprogrammen nachgewiesen werden konnten.
 
Die Daten zeigen wie wichtig es ist, Zoonose-Erreger weiterhin gut zu beobachten, um Risiken für den Verbraucher gut einschätzen und epidemiologischen Entwicklungen frühzeitig erkennen zu können.
 
Link zum Zoonosen-Monitoring 2009 des BVL



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