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Workshop "Zoonotic and Vector-Borne CNS Infections"

130 Teilnehmer beim Workshop der Zoonosenplattform am HZI am 22. und 23. April

26. April 2010 Infektionen des zentralen Nervensystems (ZNS), die auf einen zoonotischen Ursprung oder die Übertragung durch Vektoren zurückgehen, bedürfen besonderer Aufmerksamkeit und stellen die Forscher vor große wissenschaftliche Herausforderungen. Daher wurde von der Zoonosenplattform zusammen mit dem Helmholtzzentrum in Braunschweig und in Zusammenarbeit mit den Universitäten Magdeburg und Köln am 22. und 23. April 2010 ein Workshop zum Thema „Zoonotic and Vector-borne CNS Infections“ ausgerichtet.

Themenschwerpunkte waren Pathogenese und Immunität von ZNS-Infektionen, die von unterschiedlichen Erregern ausgelöst werden, aber auch deren Diagnostik, Therapie, Epidemiologie und klinische Handhabung. Prof. Dr. Dirk Schlüter von der Universität Madgeburg stellte in seinem Vortrag „Regulation of Toxoplasma encephalitis by brain resident cells“ die Bedeutung von T-Zellen, Mikroglia und Makrophagen für die Regulierung der Toxoplasma-bedingten Encephalitis heraus. Unter dem Titel „Immunological control of cerebral cryptococcosis“ präsentierte Prof. Gottfried Alber (Universität Leipzig) Forschungsergebnisse zur Immunpathologie der Cryptococcus-Meningoencephalitis, die immunsupprimierte Patienten betreffen und die von Tauben übertragen werden kann. Dr. Albrecht Kiderlen vom Robert Koch-Institut stellte dem Auditorium den ersten Fallbericht einer Balamuthiasis bei einem Gorilla in Deutschland vor und wies darauf hin, dass diese Amöben ubiquitär vorkommen und entsprechend als Differentialdiagnose in Betracht gezogen werden sollten. Um Risiken für eine Infektion mit Balamuthia mandrillaris einschätzen zu können, sei weitere Forschung zu Vorkommen, Infektionsweg und pathogenetischem Potential des bislang recht unbekannten Erregers dringend notwendig. In einem sehr anschaulichen Vortrag stellte Prof. Dr. Matthias Gunzer neue Methoden zur Visualisierung von Immunvorgängen im Körperinneren vor. Mittels EGFP gelingt es ihm, die Bewegungen von Immunzellen im ZNS von Mäusen sichtbar und nachvollziehbar zu machen. Prof. Dr. Martin Groschup vom Friedrich-Loeffler-Institut erklärte anhand einer groß angelegten Pathogenesstudie unter anderem, wie Prionproteine entlang von Nervenbahnen den Weg vom Verdauungstrakt in das ZNS finden. Auch an diesem Thema zeigte sich bei der anschließenden Diskussion, dass die Zoonosenforschung auf dem Gebiet der ZNS-Infektionen weiter ausgebaut werden sollte, um u.a. einen optimalen Verbraucherschutz zu gewährleisten. Zahlreiche weitere Vorträge machten den Workshop zu einer gelungenen Veranstaltung mit insgesamt über 130 Teilnehmern. Aufgrund des Vulkanausbruchs in Island und durch die dadurch bedingten Ausfälle im internationalen Flugverkehr waren leider einige Teilnehmer und Referenten daran gehindert, am Workshop teilzunehmen, was zu kurzfristigen Programmänderungen führte. Großer Dank gebührt an dieser Stelle allen Referenten, die flexibel und schnell darauf reagiert haben. Die gewonnene Zeit wurde für intensive Diskussionen nach den Vorträgen und in den Pausen genutzt.


 


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