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Tuberkuloseprojekt in Afrika startet durch: Übertragung zwischen Wildtier, Rind und Mensch im Mittelpunkt

Ein Zoonosenprojekt des Friedrich-Loeffler-Instituts

29.01.2010 Die Rindertuberkulose kann Rinder, Wildtiere und auch den Menschen infizieren und zu schweren Erkrankungen führen. Bei Rindern geht die Leistung allmählich zurück, sie geben weniger Milch und magern ab, was gerade in weniger entwickelten Ländern zu einem Problem der Ernährungssicherung werden kann.  In Afrika weiden Nutztiere häufig gemeinsam mit Wildtieren, sodass der Erreger leicht in beide Richtungen übertragen werden kann. Dr. Manfred Tanner und Dr. Irmgard Moser vom Friedrich-Loeffler-Institut, Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit (FLI), leiten ein Projekt zur Bekämpfung der Rindertuberkulose gemeinsam mit Universitäten und Nationalparks in Südafrika, Mosambik, Tansania und Kenia. In den ausgewählten Untersuchungsgebieten dieser Länder gibt es bisher nur lückenhafte Daten über das Vorkommen der Tuberkulose bei Tieren oder beim Menschen. Das Projekt soll alle Aspekte des Wildtier-Nutzier-Mensch-Komplexes berücksichtigen. Im Februar beginnt der aktive Teil mit Untersuchungen von Rindern und Wildtieren in den Studiengebieten.

Rindertuberkulose wird durch das Bakterium Mycobacterium bovis verursacht. Sie gehört zu den Zoonosen, also Infektionskrankheiten, die vom Tier auf den Menschen und umgekehrt übertragen werden können. Die Weltgesundheitsorganisation WHO zählt Rindertuberkulose zu den derzeit vernachlässigten Zoonosen. Menschen infizieren sich hauptsächlich über unbehandelte Milch und Milchprodukte. Da ein Großteil der Bevölkerung Afrikas Milchzucker nicht verträgt, wird die Milch meistens über mehrere Tage angesäuert. Ein Teilprojekt versucht daher, durch einfache und kostengünstige Fermentationsverfahren die Krankheitserreger abzutöten. Hierbei soll der traditionelle Säuerungsprozess so wenig wie möglich verändert werden, damit die Bevölkerung das Produkt weiterhin akzeptiert.
 
Untersuchungen von Rindern, die nahe oder manchmal sogar in Nationalparks weiden, bilden ein weiteres Ziel des Projektes in  Kenia, Tansania und Mosambik. Gleichzeitig werden Wildtiere, wie afrikanische Büffel, Gazellen und Löwen, auf Rindertuberkulose untersucht. Hierbei kommen unterschiedliche Testsysteme zum Einsatz, um deren Tauglichkeit unter den Bedingungen vor Ort zu prüfen. Für Rinder steht der standardisierte Tuberkulin-Hauttest zur Verfügung, bei dem jedes Tier mindestens zweimal untersucht werden muss. Dies ist bei Wildtieren nicht zu realisieren, daher kommen hier nur Testsysteme in Frage, die auf einmaliger Blutentnahme basieren und dazu einfach und schnell sind.
 
Mit den gesammelten Proben von Nutz- und Wildtieren soll eine geo-referenzierte Gewebe- und Blutprobenbank aufgebaut werden. In einer möglichen zweiten Phase des Projekts könnten diese Proben auch auf andere Krankheiten wie Milzbrand, Tollwut oder Brucellose untersucht werden.
 
Die afrikanischen Partnerinstiutionen erhalten umfangreichen Sachleistungen, beispielsweise Fahrzeuge und Diagnostiksysteme. Außerdem werden sieben Nachwuchswissenschaftler ausgebildet und die regionalen Forschungszentren in Maputo, Mosambik, und Morogoro, Tansania, ausgebaut. Neben der internationalen Zusammarbeit wird so auch die Zusammenarbeit verschiedener afrikanischer Länder untereinander gefördert. Zunächst läuft das Projekt bis 2012, eine Verlängerung ist geplant. Es wird maßgeblich von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), aber auch von der EU finanziell unterstützt und ist Teil einer abgeschlossenen Ausschreibung für gemeinsame DFG-Projekte deutscher und afrikanischer Wissenschaftler sowie einer EU-Ausschreibung.
 
(Quelle: Friedrich-Loeffler-Institut; www.fli.bund.de)


 


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