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Zukünftige Risikogebiete von Zoonosen - Einbindung ökologischer Zusammenhänge in die Verbreitungsmodellierung (Zoonose RISKTOOL)

 

 
 
  Projizierte klimatisch geeignete Gebiete für Aedes albopictus 2020 bis 2040 in Europa (verwendetes Klimamodell mpi-esm-lr, Szenario IPCC RCP4.5)(Quelle: S. Thomas)

Projektergebnis: Software mit Dokumentation (Handbuch, als pdf)

Die aktuellen Entwicklungen der Ausbreitung von invasiven Stechmücken in Europa sowie das autochthone Auftreten bislang nicht als relevant erachteter Pathogene unterstreichen die Wichtigkeit und Dringlichkeit fundierter Projektionen bezüglich der künftig zu erwartenden Entwicklungen.

Der Grundgedanke der Identifizierung von aktuellen und zukünftigen Zoonose-Risikogebieten ist die Kombination des ökologischen Wissens zu Erreger, Vektor und Wirt. Da Wissenschaftsdisziplinen zunehmend spezialisiert sind, befassen sich auch einzelne Wissenschaftler oft nur mit ausgewählten Aspekten der Infektionskette. Dem Pilotprojekt Zoonose RISKTOOL kam die Erfahrung eines interdisziplinären Teams zugute, um methodische Entwicklungen voranzutreiben und praxisorientierte Modellierungsprodukte bereitzustellen. Die Zusammenführung von Kenntnissen in einem interdisziplinären geostatistischen Ansatz anhand des Beispiels Stechmücke/Virus/Mensch kann als eine methodische Basis für künftige Risikoabschätzungen auch in anderen Krankheitssystemen dienen.

Stechmücken der Gattung Aedes als Vektoren des Dengue- und West-Nil-Virus dienten als Modell-Organismen. Dabei gingen die Habitatansprüche der Stechmücken durch Korrelationen mit klimatischen Parametern an den bekannten Vorkommenspunkten in die Modelle ein. Hierbei flossen auch experimentell ermittelte thermische Einschränkungen für die Etablierung der Vektoren ein. Zusätzlich wurden die thermischen Anforderungen der betrachteten Pathogene in die Risikoanalysen integriert, um eine raum-zeitlich konkretisierte Aussage für das mögliche autochthone Auftreten dieser Infektionskrankheiten in Europa abzuleiten.

Die Erarbeitung eines Zoonose Risiko Tools verdeutlichte, welche Qualität und Quantität Daten haben müssen, um zielführend in eine Modellierung einzugehen. So ist es erforderlich, beispielsweise die Anzahl und Verteilung von Mücken-Fallenstandorten im Gelände zu definieren oder das experimentelle Design der Bestimmung der Extrinsischen Inkubationsperiode eines Virus anhand der anschließend geplanten Modellierung festzulegen. Aufgrund des gemeinsamen Zieles der Erstellung von Risikokarten entstnad eine „Bindeglied“-Wirkung zwischen Wissenschaftlern, die im Feld, im Labor oder an Modellierungen arbeiteten.

Das erlangte Wissen zur Identifizierung von Zoonose-Risikogebieten wurde in Zusammenarbeit mit der Juniorprofessur für Biogeographische Modellierung der Universität Bayreuth im Oktober 2014 in einem Workshop in Berlin weitergegeben. Dabei kamen die Teilnehmer des Workshops aus den verschiedensten mit Zoonosen befassten Instituten Deutschlands zusammen, u.a. BNI, RKI, IZW, ZALF, UFZ, Uni Hamburg und dem Bundesinstitut für Risikobewertung. Die Software-Skripte des Pilotprojektes werden in Kürze online zur Verfügung gestellt.

 

Koordinator:

Prof. Dr. Carl Beierkuhnlein 

(Universität Bayreuth, Lehrstuhl für Biogeografie)

 

Förderzeitraum: 01.10.2013 bis 31.12.2014 (nach ausgabenneutraler Verlängerung)


Für das Risktool wurde vom Lehrstuhl Biogeografie eine Plattform eingerichtet, die hier zu erreichen ist, und auf der die Ergebnisse dargestellt werden.

Zur allgemeinen Lehrstuhlhomepage gelangen Sie hier.

 

 

 

 

 

 

 

 


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12.-13.10.2017, Berlin

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