Logo BMBF

Querschnittsprojekt: Monitoring Sylvatischer Zoonosen

 

   
 

Modellierung zur Verteilung von Hantavirusinfektionen im Jahr 2015 - Quelle: www.hanta-vorhersage.de

 

 

Sylvatische Zoonosen wie die Hantavirus-Infektion, Frühsommermeningoencephalitis (FSME), Borreliose oder Tularämie haben in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen. Faktoren, welche eine Neubewertung der infektionsepidemiologischen Situation begründen, sind mehrgestaltig. Veränderte Umwelt- und Lebensbedingungen können das Auftreten dieser Krankheitserreger in erheblichem Umfang beeinflussen. Das Auftreten der Zoonose-Infektionen ist dabei vom Vorkommen des Erregers in den Reservoirwirten und Vektoren abhängig und eng an die jeweiligen Populationsgrößen geknüpft.

 

Eine intensive Kooperation zwischen Medizinern in Meldebehörden, Naturwissenschaftlern, Informatikern und Modellierern ermöglichte den Aufbau eines Vorhersagemodells für Hantavirusinfektionen in den verschiedenen Landkreisen Baden-Württembergs, das ab Herbst 2014 auf der Website des Landesgesundheitsamtes Baden-Württemberg eingesetzt werden soll. Das Modell basiert u.a. auf Buchenmast-, Klima- und Geodaten sowie auf demografischen Daten und wurde anhand der Meldezahlen humaner Infektionen und der Infektionsrate in gefangenen Nagetieren retrospektiv evaluiert. Eine interaktive Karte, auf der neben den Prognosen für die einzelnen Landkreise auch einzelne Parameter, wie zum Beispiel Baumbestand, Buchenmast und das Vorkommen von verschiedenen Beerenarten über die Jahre dargestellt werden, ist unter www.hanta-vorhersage.de einsehbar. Derzeit laufen letzte Anpassungen, um die Darstellung zu optimieren.

Das Modell wird auch in Zukunft weitert evaluiert, um zu analysieren, in wie fern Justierungen notwendig sind und ob die Gewichtung der Parameter zutreffend ist. Folgeprojekte sind geplant. Darüber hinaus soll das Modell in der Bund-Länder-Arbeitsgruppe (des ÖGD) vorgestellt werden, um zu prüfen, unter welchen Umständen es auch für andere Bundesländern adaptiert werden kann. Die Adaptation hängt vor allem davon ab, ob es die notwendigen Daten zu den einzelnen Vorhersageparametern in den anderen Bundesländern in derselben Qualität und Quantität gibt, wie in Baden-Württemberg.

 

Koordinatorin:

Dr. Christiane Wagner-Wiening (Landesgesundheitssamt Baden-Württemberg)

 

Projektpartner:

Dr. Rainer Ulrich (NaÜPa-Net)

Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt BW (FVA-BW)

Netzwerk der Konsililarlaboratorien für Zoonosen des RKI

Epimos, GmbH (Prof. Dr. Eichner, Brockmann)

ExploSys, GmbH (Dr. Schwehm)

Stauss und Turni (Dr. Turni), Gutachterbüro  


 

Projektlaufzeit: 01.02.2012 - 31.07.2014 (nach ausgabenneutraler Verlängerung)


Save the Date


 

12.-13.10.2017, Berlin

Die Registrierung ist geöffnet!


Interviews

„Wie man sich das in der Zoonosenforschung vorstellt“

Prof. Dr. Jonas Schmidt-Chanasit über die Kooperation zwischen Human- und Tiermedizin und die Entdeckung eines neuen Borna-Virus

[ mehr ]

Termine

91st Annual Meeting of the DGS (Greifswald)

18.09.2017 - 21.09.2017
[ mehr ]

91. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Säugetierkunde (DGS) in Greifswald

19.09.2017 - 21.09.2017
[ mehr ]



News

Tropenviren bald auch in Europa? Bayreuther Forscher untersuchen Folgen des Klimawandels

Pressemitteilung der Universität Bayreuth

 
[ mehr ]

DIP

Einblick in die Datenbank der Zoonosenplattform

Beispiel: Mitgliederverteilung