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Pilotprojekt: Rolle zirkulierender endothelialer Progenitorzellen bei zoonotischen hämorrhagischen Fiebererkrankungen am Beispiel der Hantavirusinfektion


 

 

Kolonie-bildende endo- theliale Progenitorzellen (CFU-EPCs)


 

Quelle: Dr. Ellen Krautkrämer

Die Infektion mit Hantaviren führt zu einer Schädigung der Endothelzellen und damit zum Verlust der Barrierefunktion der Gefäße („capillary leakage“). Die Reparatur von Endothelschäden erfolgt durch zirkulierende endotheliale Progenitorzellen (cEPC). Diese Vorläuferzellen aus dem Knochenmark werden durch Cytokine mobilisiert und beeinflussen den Verlauf von vaskulären Erkrankungen, wie z.B. Schlaganfall und Herzinfarkt. Die Rolle bei viralen Infektionen wurde bisher nicht erforscht.

 

Im Rahmen dieses Pilotprojektes sollte die Rolle von cEPCs in zoonotischen Krankheiten am Beispiel der Hantavirusinfektion untersucht werden. Es wurden Proben von 24 Patienten mit serologisch-bestätigter Hantavirusinfektion sowie eine alters- und geschlechtsangepasste gesunde Probandengruppe analysiert. Die Messung der zirkulierenden endothelialen Progenitorzellen im peripheren Blut erfolgte mittels Durchflusszytometrie.

 

Es konnte gezeigt werden, dass die mittlere Zahl der cEPCs bei Hantaviruspatienten im Vergleich zu gesunden Personen um das 3,5fache erhöht ist. Die Beobachtung der cEPC Level im Verlauf der Erkrankung zeigte zudem, dass die Normalisierung der Laborwerte mit dem Ansteigen der endothelialen Progenitorzellen assoziiert ist. Der parallele Verlauf von cEPC Mobilisierung und Verbesserung der Laborwerte demonstriert demnach, dass Progenitorzellen den Krankheitsverlauf der Hantavirusinfektion günstig beeinflussen.

Die Mobilisierung von cEPCs könnte für weitere Infektionskrankheiten relevant sein, da eine Vielzahl von Infektionen mit einer Endothelschädigung verbunden ist. Daher wurde ein Workshop angeboten, der den Teilnehmern die Quantifizierung der cEPC-Level in Theorie und Praxis vermittelte.

 

   

Laborworkshop in Heidelberg

 

Quelle: Dr. Ellen Krautkrämer

 

Kooperationen, in denen diese Methode zur Untersuchung der Rolle von cEPCs in anderen Infektionskrankheiten angewandt werden kann, sind in Planung. Da in diesem Projekt eine positive Rolle der cEPCs für den Verlauf der Hantavirusinfektion gezeigt werden konnte, stellt die Mobilisation von cEPCs sicherlich eine neue Therapiestrategie für Infektionskrankheiten mit Endothelschäden dar.

Text: Dr. E. Krautkrämer

 

Posterpreis für das Pilotprojekt „Hantavirusinfektion und Endothelschaden“

Link zum Poster "Circulating endothelial progenitor cells (cEPCs) are increased in hantavirus infected patients and correlate with clinical course"

 

 

 

Koordinatorin: Dr. Ellen Krautkrämer (Universitätsklinikum Heidelberg, Nierenzentrum)
 

Förderzeitraum: 01.05.2011 - 30.04.2012
Förderkennzeichen beim BMBF: 01KI1022


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