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Influenza

Grippe, Virusgrippe

  

Neu auftretende Erreger

  

Unter Influenza/“Grippe“ sind Infektionen mit den Influenzaviren A, B und C zu verstehen. Für den Menschen sind vor allem Influenza A und B relevant. Influenza A-Viren werden jeweils nach Typ und Subtyp auf Grundlage der Struktur der Oberflächenproteine Hämagglutinase (wichtig für die Anheftung an die Wirtszelle und Auslösung der Immunantwort des Wirtes) und Neuraminindase (bedeutsam für die Virusfreisetzung aus der Wirtszelle) unterschieden. (Beispiel: A/H1/N1) Influenza A-Viren kommen außer bei Menschen bei Vögeln (besonders Wasservögeln) und Säugetieren (u.a. Schwein, Pferd, Marderartige) vor. Eine besondere Bedeutung haben die Vögel, da bei ihnen alle Variationen aus H und N vorkommen und in der Regel (außer hochpathogene Varianten der Subtypen H5 und H7) keine Krankheitssymptome hervorrufen. Vögel tragen entscheidend zur Verbreitung von Influenzaviren bei.

Bei der monotypischen Influenza B wird nicht nach Subtypen, sondern genetisch unterschiedlichen Linien unterschieden.
Die jährlich wiederkehrende, saisonale Influenza („Grippewelle“) des Menschen wird von Influenza-A und B-Viren ausgelöst und von Mensch zu Mensch übertragen, ohne dass Tiere dabei eine Rolle spielen.

Reservoir und Übertragungswege

Erregerreservoir für Influenza A-Viren sind vor allem Vögel, aber auch andere Tiere wie Schweine oder Pferde. Influenza B ist bislang nur in Menschen und Robben nachgewiesen worden. Die Übertragung erfolgt durch Tröpfcheninfektion (z.B. beim Sprechen, Husten oder Niesen), direkten Kontakt und ggf. über kontaminiertes Wasser.

Symptome

Meist laufen Infektionen eher milde ab. Anfänglich unspezifische Symptome wie Fieber, Schüttelfrost Müdigkeit, Hals-, Kopf- und Gliederschmerzen, Husten und Entzündungen der Nasenschleimhäute (sowie bei manchen Influenzaviren Erbrechen und Durchfall) können sich durch Zusatzinfektionen mit anderen Viren oder Bakterien verschlimmern und bei Personen mit chronischen Erkrankungen zu drastischen Komplikationen wie etwa Lungenentzündung und Organversagenführen. In schweren Fällen ist eine Intensivbehandlung notwendig.

Relevanz für Deutschland

Influenzavirusinfektionen sind weltweit verbreitet und treten in häufig saisonalbedingten „Grippewellen“ auf. In der Vergangenheit kam es sporadisch zum Ausbruch globaler Pandemien, die Millionen Menschenleben forderten. Bedingt sind die stetig neuen Ausbrüche durch die hohe genetische Vielfalt der Influenzaviren, die zum einen auf deren Tendenz, häufig neue Mutationen zu entwickeln und zum anderen auf den Austausch von Genen innerhalb unterschiedlicher Influenzaviren zurückzuführen ist. So entstehen ständig Neukombinationen mit unterschiedlicher Gefährlichkeit für Mensch und Tier, die sich bis zur Ausbildung einer schützenden Immunität als Pandemie in der Welt verbreiten. Bedingt durch die rasche Übertragung und moderne globale Vernetzung sind zukünftige Pandemien zu erwarten. Dementsprechend müssen Krankheitsausbrüche in Assoziation mit besonders gefährlichen Influenzaviren als öffentliches Gesundheitsrisiko wahrgenommen werden.

Bekämpfung/Prophylaxe

Als Prophylaxe stehen Impfstoffe zur Verfügung. Die Impfung ist für besonders empfängliche Personen (ältere Menschen, Menschen mit chronischen Atemwegsinfektionen) von der Ständigen Impfkommission empfohlen. Entwicklungen und Daten rund um Influenza werden weltweit an verschiedenen Stellen beobachtet und gesammelt, um Pandemien frühzeitig vorhersehen und bekämpfen zu können. Die am Robert Koch-Institut angesiedelte Arbeitsgruppe Influenza betreibt für Deutschland ein Monitoring über alle in den Arztpraxen gemeldeten Influenzafälle. Dies dient dem Überblick über die Ausbreitung der saisonalen Influenza und soll bedrohliche Entwicklungen frühzeitig zu erkennen helfen. Influenza bei Wildvögeln wird über ein spezielles Monitoring-Projekt am Friedrich-Loeffler-Institut beobachtet. Ausbrüche von Geflügelpest (hochpathogene Influenzastämme) zählen zu den anzeigepflichtigen Tierseuchen und werden behördlich geregelt. Die niedrig pathogene Influenza der Wildvögel ist meldepflichtig.

Forschung in Deutschland

http://campus.uni-muenster.de/fluresearchnet.html

http://influenza.rki.de/  

http://zmbe.uni-muenster.de/institutes/imv/imvmain_de.htm   

http://www.rki.de/DE/Content/Infekt/NRZ/Influenza/influenza_node.html  

http://www.rki.de/DE/Content/Institut/OrgEinheiten/Abt1/FG17/fg17_node.html

http://www.fli.bund.de/no_cache/de/startseite/institute/institut-fuer-molekulare-virologie-und-zellbiologie/nrl-labore/labor-fuer-aviaere-influenza.html

http://www.fli.bund.de/de/startseite/institute/institut-fuer-molekularbiologie/nrl-labore/labor-fuer-molekulare-pathogenese-und-oekologie-der-influenza-viren.html  

http://www.fli.bund.de/de/startseite/institute/institut-fuer-molekularbiologie/nrl-labore/labor-fuer-animale-influenzaviren.html

Weiterführende Links & Quellenangaben

http://influenza.rki.de/   

http://www.rki.de/DE/Content/Kommissionen/STIKO/stiko_node.html   

http://www.bmel.de/DE/Tier/2_Tiergesundheit/Tierseuchen/_texte/AnzeigepflichtigeTierseuchen.html

  

1) Zoonosen: Von Tier zu Mensch übertragbare Infektionskrankheiten

Bauernfeind/Kimmig/Schiefer/Schwarz/Slenczka/Zahner

Deutscher Ärzteverlag 4. Auflage 2013    

2) Pathogene Mikroorganismen: Zoonosen Band I & II

Heeschen Behr’s Verlag  2. Auflage 2012

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