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Escherichia coli / EHEC

Lebensmittelbedingte Zoonosen

   

Escherichia coli ist ein Bakterium, das bei vielen Tieren und dem Menschen zur normalen Darmflora gehört. Einige E.coli-Stämme können jedoch zu Darmentzündungen und weiteren Gesundheitsproblemen führen. Hierbei spielen vor allem Enterohämorrhagische E. coli (EHEC) eine Rolle.

Reservoir und Übertragungswege

EHEC-Erregerreservoire sind vor allem Wiederkäuer (vor allem Rinder). Zudem können sich E.coli auch außerhalb des Wirtsorganismus vermehren, so dass auch andere Lebensmittel, Wasser und Oberflächen kontaminiert werden können.

Die Übertragung erfolgt durch orale Aufnahme kontaminierter Lebensmittel (z.B. rohes Hackfleisch, Obst/Gemüse, nicht pasteurisierte Säfte) und Wasser sowie durch direkte Übertragung von Mensch zu Mensch (Lebensmittelbetriebe, Gemeinschaftseinrichtungen, Krankenhäuser) und Tier zu Mensch (Streichelzoo), z.B. durch fäkal orale Schmierinfektion. Die für eine Infektion nötige Erregermenge ist sehr gering (weniger als tausend E.coli Bakterien/Infektion), so dass eine rasante Ausbreitung der Krankheit möglich ist.

Symptome

In klinisch apparenten Fällen kommt es wenige Tage bis eine Woche nach Erstinfektion durch Bildung des sogenannten Shiga-Toxins durch EHEC zu einer akuten Entzündung des Magen-Darm-Trakts (Gastroenteritis) mit starken wässrigen Durchfällen, Bauchschmerzenund Übelkeit. In schweren Fällen können blutiger Durchfall, Fieber und insbesondere in Verbindung mit dem E.coli-Serovar O157:H7 das lebensbedrohliche Hämolytisch Urämische Syndrom (HUS) und Thrombotisch-thrombozytopenische Purpura (TTP)-Hautblutungen auftreten. Nebst neurologischen Störungen kann es infolgedessen zu irreversiblen Nierenschädigungen und Nierenversagen kommen, die insbesondere bei besonders empfänglichen Personen (siehe unter Besonders empfängliche Personen) nicht selten tödlich enden. Infizierte scheiden E.coli meist über Tage, selten länger als einen Monat, aus. Dies ist hinsichtlich der Verbreitung der Krankheit und Behandlung der Infizierten zu beachten.

Besonders empfängliche Personen

  • Säuglinge und Kleinkinder unter 5 Jahren    
  • Alte Menschen   
  • Patienten mit einem reduzierten/geschwächten Immunsystem
  • Schwangere

Relevanz für Deutschland

Mit E.coli assozierte Krankheitsfälle gehören zu den am häufigsten gemeldeten bakteriellen Magen-Darm-Erkrankungen in Deutschland. Seit Einführen der bundesweiten Meldepflicht 1998 ist ein kontinuierlicher Anstieg an gemeldeten Fällen festzustellen; dies ist jedoch vermutlich auf eine genauere Erfassung der Erkrankungsfälle zurückzuführen. Da nicht alle Fälle gemeldet werden bzw. Infektionen symptomlos verlaufen können, wird darüber hinaus eine noch höhere Dunkelziffer an nicht dokumentierten Infektionen vermutet. Die sogenannte HUS/EHEC-Epidemie 2011 mit über 4.000 Erkrankten und 50 Todesfällen ist ein deutliches Beispiel für die hohe Relevanz des Erregers für Deutschland.

Bekämpfung/Prophylaxe

Der Nachweis von EHEC-E.coli ist meldepflichtig (§7 IfSG), ebenso HUS-Vermutungen/Nachweise und die Häufung von Gastroenteritis-Fällen bei  Angestellten im Lebensmittelbereich (§6IfSG). Zur Vermeidung der Infektion bzw. Verbreitung von Salmonellen ist auf die konsequente Einhaltung vorgegebener Hygienevorschriften zu achten. Dazu gehört nebst persönlicher Hygiene (Händewaschen und ggf. -desinfektion!), dass jegliche Hygieneschritte bei der Gewinnung, Verarbeitung, Lagerung und dem Transport  sowie Zubereitung potentieller Infektionsquellen beachtet werden. Mit EHEC infizierte Personen dürfen nicht in Lebensmittelbetrieben und Gemeinschaftseinrichtungen (z.B. Kindergärten, Schulen, Seniorenheime) arbeiten bzw. sich dort aufhalten ((§34(1) und 42IfSG). Vertreter der Risikogruppen sollten keine rohen Lebensmittel tierischer Herkunft verzehren. Die Abgabe von Rohmilch an Gemeinschaftsverpflegungen (z.B. Kantinen) ist verboten.

Forschung in Deutschland

http://www.ehec.org

http://www.fbi-zoo.net/

Weiterführende Links

http://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/E/EHEC/EHEC.html

http://www.who.int/mediacentre/factsheets/fs125/en/

http://www.helmholtz-hzi.de/de/infothek/wissen/ehec/

http://www.bzga.de/infektionsschutz/?id=ehec

Quellen

1) Zoonosen: Von Tier zu Mensch übertragbare Infektionskrankheiten

Bauernfeind/Kimmig/Schiefer/Schwarz/Slenczka/Zahner

Deutscher Ärzteverlag 4. Auflage 2013    

2) Pathogene Mikroorganismen: Zoonosen Band I & II

Heeschen

Behr’s Verlag  2. Auflage 2012  

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