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International Workshop „Zoonotic Poxviruses – An Emerging Threat?“

Nachdem die WHO die Pockenviren zu Beginn der 80er Jahre des vergangenen Jahrhunderts als ausgerottet erklärt hatte, war es ruhig um das Virus geworden. 2003 berichtete dann die US-amerikanische Überwachungsbehörde CDC dezidiert über einen Ausbruch von Affenpockenviren. Und auch in Europa kam es gehäuft zu Infektionen mit Kuhpockenviren, die durch sogenannte Schmuseratten übertragen wurden.

Welche Bedeutung haben zoonotische Pockenviren aktuell und welche Gefahr geht von ihnen aus, dies war das zentrale Thema des Workshops „Zoonotic Poxviruses – An Emerging Threat?“ der Nationalen Forschungsplattform in Kooperation mit Vertretern der FU Berlin und dem Robert Koch-Institut. Knapp 70 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus den verschiedensten Forschungseinrichtungen trafen sich am 13. Mai zum internationalen Erfahrungsaustausch. Besonderes Interesse riefen dabei die Berichte von Victoria Olson (CDC) zum oben genannten Ausbruch und das gehäufte Auftreten von Kuhpockenvirusinfektionen in Brasilien hervor.

Bei der Tagung wurden Übertragungswege zoonotischer Pockenviren, Pathogenese-Mechanismen, die Entwicklung antiviraler Substanzen zur Behandlung von Mensch und Tier sowie der aktuelle Stand von Vakzinierungskonzepten in der Humanmedizin intensiv diskutiert. Derzeit stehen weder antivirale Medikamente zur Behandlung von Pockenvirusinfektionen noch sichere Impfstoffe für den Menschen zur Verfügung. Dabei stellt eine Infektion mit zoonotischen Pockenviren vor allem für immunsupprimierte Patienten ein erhöhtes Gesundheitsrisiko dar. Zudem fehlen antivirale Wirkstoffe zur Behandlung von infizierten Tieren um dadurch die Infektionskette zu durchbrechen.

 

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler waren sich einig, dass mit einem weiteren weltweiten Anstieg von zoonotischen Pockenvirus-Infektionen zu rechnen ist. Einer der Gründe für die zunehmende Ausbreitung dieser Viren ist die Globalisierung und damit verbunden das Vordringen in Regionen, die bislang für den Menschen wenig zugänglich waren. Um zoonotische Viruserkrankungen effektiv bekämpfen zu können – so die Meinung der Tagungsteilnehmer – muss in einem ersten Schritt das Bewusstsein für das Auftreten von Pockenvirusinfektionen deutlich verstärkt werden und dringend in Ausbildungskonzepte einfließen. Interdisziplinäre Forschungsansätze sind zwingend erforderlich um antivirale Medikamente für Mensch und Tier zu entwickeln.

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vereinbarten, dass sie zukünftig alljährlich einen Workshop zu zoonotischen Pockenviren durchführen werden um ihre Forschungsaktivitäten in diesem Bereich zu bündeln und aufeinander abzustimmen.

     

 

Programm

Tagungsband

Pressemitteilung

Bericht des Norddeutschen Rundfunks

   

    

      

 


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12.-13.10.2017, Berlin

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