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Nachbericht zum Abschlusssymposium der Zoonosenverbünde RESET und MedVet-Staph

In der Zeit vom 26.-28. April 2017 kamen in Berlin Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in den Räumen des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) zusammen, um die Forschungsergebnisse der beiden seit 2010 geförderten Verbünde zu Antibiotikaresistenzen RESET und MedVet-Staph vorzustellen und zu diskutieren. Die Veranstaltung richtete sich an die Öffentlichkeit, Fachpublikum (u.a. Human- und Tiermedizin, Mikrobiologie, Epidemiologie), den Öffentlichen Gesundheits- und Veterinärdienst und Ministerien.

 

Am ersten Veranstaltungstag wurden die Ergebnisse mit dem Schwerpunkt auf den Konsequenzen für den Öffentlichen Gesundheitsdienst, administratives und politisches Handeln in Vorträgen sowie einer Pressekonferenz vorgestellt. In den darauf folgenden Tagen waren die Vortragsinhalte verstärkt auf das wissenschaftliche Fachpublikum ausgerichtet und die wissenschaftlichen Ergebnisse einzelner Projektpartnerinnen und -partner präsentiert. Zudem beleuchteten die beiden eingeladenen Referenten Prof. Dr. med. vet. Lothar Wieler, Robert Koch-Institut, Berlin, und Prof. Dr. med. Alexander W. Friedrich, Universitair Medisch Centrum Groningen, Niederlande das Thema aus ihrer Sicht.
Während des Abschlusskolloquiums wurden die Verbundergebnisse interdisziplinär diskutiert und offene Forschungsfragen definiert. Die Veranstaltung diente zudem dazu, Projektideen zu vertiefen und Grundlagen für neue Forschungskooperationen zu besprechen.
 

MRSA und ESBL – trotz Gemeinsamkeiten viele Unterschiede
 

Die beiden betrachten Erregertypen, MRSA bzw. multiresistente Staphylokokken und ESBL-produzierende Enterobacteriaceae, haben Gemeinsamkeiten, was ihre generelle Verbreitung und ihre Relevanz für Patientinnen und Patienten betrifft. Dennoch gibt es auch wesentlich Unterschiede, unter anderem bei den (zoonotischen) Übertragungswegen und der Persistenz auf Oberflächen. In beiden Verbünden wurden wesentliche Fortschritte in allen Themenbereichen erzielt. Dies umfasste im Bereich der Diagnostik auch die Gewinnung und Analyse von Sequenzdaten. Die systematische Sammlung und Analyse von Daten ermöglichte die Schaffung eines umfassenden Verständnisses und damit einer Bewertung der aktuellen Situation, aber auch die Identifikation neuer und seltener Resistenzgene. Im Forschungsverbund RESET wurde zum Management dieser Daten eine gemeinsame Datenbank entwickelt, die aktiv von allen Verbundpartnern genutzt wurde.

 

Die Vortragsabstracts wurden in einem gedruckten Tagungsband zusammengestellt. Der Workshop hat ein sehr positives Echo erfahren, und es sind im Nachgang diverse Presseanfragen bei Mitgliedern des Verbundes eingegangen.


Programm
Link zu den Vorträgen (Link führt zum BfR)



Prof. Dr. Lothar Kreienbrock eröffnete das Abschlusssymposium der Verbünde RESET und MedVet-Staph am 26. April 2017 in den Räumen des Bundesinstituts für Risikobewertung.
 

Pressekonferenz am 26. April 2017 im Rahmen der Veranstaltung.
 

Podiumsdiskussion zu den Forschungsergebnissen am 26. April 2017, moderiert durch Sebastian C. Semler, TMF. Es diskutierten mit (v.l.n.r.): PD Dr. Robin Köck (Universitätsklinikum Münster, MedVet-Staph), Dr. Antina Ziegelmann (BMG), Dr. Anke Schröder (BMEL), Dr. Martina Scharlach (Niedersächsisches Landesgesundheitsamt) und Prof. Dr. Lothar Kreienbrock (TiHo Hannover, RESET). Ein Thema, das alle umtrieb, war der Erhalt von Datenbanken und weiteren Infrastrukturen nach Beeindigung eines Projektes oder Verbundes.
 

Prof. Dr. Lothar Wieler, Präsident des Robert Koch-Institutes hielt eine Keynote, in der er u.a. zur Entstehung und Weitergabe von Resistenzen bei Bakterien berichtete. Er wies darauf hin, dass Resistenzmechanismen zur Evolution von Bakterien gehören und älter sind, als antiinfektive Medikamente der Neuzeit.
 

Viele Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler präsentierten ihre Forschungsergebnisse auf Postern, die in den Pausen betrachtet werden konnten. Die Autoren standen für fachliche Diskussionen zur Verfügung.
 

Prof. Dr. Alexander Friedrich berichtete von der Resistenzproblematik und dem klinischen, wissenschaftlichen und politischen Umgang damit in der deutsch-niederländischen Grenzregion.

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