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Nachbericht Workshop "AKTimo - Alternative Kleinsäuger-Tierversuchsmodelle"

 

Am 10. und 11.02.2016 fand im Zuge des von der Zoonosenplattform geförderten Projektes „Vole Infection Model – VoInMo“ der Workshop „AKtimo“ – Alternative Kleinsäugertierversuchsmodelle statt. Die Veranstaltung war am Hauptsitz des Friedrich-Loeffler-Instituts auf der Insel Riems bei Greifswald angesiedelt. Neben nationalen Wissenschaftlern nahmen auch die polnische Arbeitsgruppe von Prof. Pawel Koteja und der Gastsprecher Tony Schountz von der Colorado State University teil. Insgesamt 35 am Thema interessierte Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen hatten sich für den Workshop angemeldet.

 

Die Keynotevorträge von Pawel Koteja („The emergence and elimination of PUUmala virus infection in the experimental colony of bank voles) und Tony Schountz („Reservoir Host Immune Responses to Hanatviruses“) fand im neuen Konferenzsaal des Institutes statt und konnte so ca. 80 weiteren Wissenschaftlern zugänglich gemacht werden. Des Weiteren gaben Prof. Martin Pfeffer und Dr. Rainer G. Ulrich Übersichtsvorträge über zoonotische Pathogene in verschiedenen Wildnagern.

 

Neben interessanten Kurzvorträgen über verschiedene Tierversuchsmodelle wie Rötelmaus, Spitzmaus, Siebenschläfer und Opossum wurden auch aktuelle Forschungsdaten aus Infektionsstudien und neue Methoden vorgestellt und diskutiert. Zwischen den Vorträgen und beim Social Dinner wurde die Zeit genutzt um neue Projekte zu diskutieren und Kooperationen zu schließen. Darüber hinaus wurde der Workshop dazu genutzt den genetischen Pool der Rötelmauszucht des FLIs mit 20 Zuchttieren aus Polen zu erweitern.

 

Der Workshop hat sehr deutlich gezeigt, dass sich die Schwierigkeiten bei der Etablierung von alternativen Tierversuchsmodellen häufig ähnlich sind. Die verfügbare Literatur stützt sich meist auf Daten aus der Feldforschung und ist nur bedingt für experimentelle Versuchsabläufe nutzbar. Ein weiteres Problem der verschiedenen Arbeitsgruppen sind klinische Referenzwerte der zum Teil sehr unterschiedlichen Spezies und das Auffinden geeigneter Tools. So wurde im Anschluss an den Workshop zum einen nach den bereits getesteten Labormethoden gefragt, zum anderen eine Bedarfsliste der unterschiedlichen Gruppen ermittelt. Dabei zeigte sich, dass vor allem Referenzwerte des „Normalstatus“ fehlen, da die Daten aus Feldstudien nicht unter kontrollierten Bedingungen ermittelt und Sekundäreinflüsse nicht ausgeschlossen werden können. Des Weiteren ist vor allem in der Infektionsforschung das Fehlen von immunologischen Tools für die adaptive Immunantwort ein großes Problem. So sind die auf dem freien Markt erhältlichen Systeme zum Großteil auf Ratten, Mäuse oder Hamster gestützt. Darüber hinaus fehlen qualitativ hochwertige genetische Daten in den Datenbanken um z.B. Microarray Technologie voranzutreiben.

 

Die Notwendigkeit zur Weiterentwicklung der bereits vorhandenen alternativen Tierversuchsmodellen und der Etablierung neuer Modelle wird in den nächsten Jahren sehr wahrscheinlich zunehmen. Das Verständnis der Reservoirwirte und der Interaktion mit verschiedenen Pathogenen ist essenziell um Bekämpfungsstrategien zu entwickeln. Der Workshop hat hier einen kleinen Beitrag dazu geleistet die Probleme unterschiedlicher Gruppen aufzuzeigen und einen gemeinsamen Fokus für zukünftige Projekte zu bilden.


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12.-13.10.2017, Berlin

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