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EHEC - nachlassende Erkrankungszahlen und eine heiße Spur

Aktualisierung der Hintergrundinformationen der Zoonosenplattform

2. Juli 2011. Die Menschen greifen wieder zu Salaten und Gurken, das Robert Koch-Institut (RKI) meldet sinkende Infektionszahlen. Die EHEC-Epidemie, die Mitte Mai in Norddeutschland ihren Anfang nahm, hat ihren Scheitelpunkt überschritten. Es beginnt die Zeit, über Prozessoptimierung beim Umgang mit plötzlich auftretenden Infektionskrankheiten nachzudenken.
Noch gelten die dringenden Empfehlungen des Robert Koch-Instituts und des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR), keine ungegarten Sprossen zu verzehren oder privat anzuzüchten.

 

EHEC ebbt ab, zurück bleiben die Fragen, woher der Erreger kam und was bei der Zusammenarbeit von Behörden während der Epidemie besser hätte laufen können.
 
Ersteres scheint langsam klarer zu werden. Ein neuer EHEC-Ausbruch bei Bordeaux in Frankreich mit demselben seltenen EHEC-Erreger O104:H4 (oder auch HUSEC041 genannt), der ohne erkennbaren Zusammenhang mit dem Ausbruch in Deutschland zu stehen scheint, brachte die Behörden auf die richtige Spur.

Nach aktuellen Untersuchungen der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) und des Europäischen Zentrums für Prävention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC) wird ägyptisches Saatgut für Bockshornklee als Ursache angenommen. Selbst Samenmischungen und Kleinstpackungen für den Endverbraucher stellten eine Gefahr für die menschliche Gesundheit dar, wie das BfR in seiner Stellungnahme vom 30. Juni meldet.
 
Während der Ursprung der Erkrankungswelle gefunden zu sein scheint, stellt sich die Frage, ob aufgrund der Erfahrungen während der EHEC-Epidemie die Meldeprozesse für Infektionskrankheiten angepasst werden müssten.

Es wird derzeit an vielen Stellen betont, dass die Meldungen, die auf Grundlage des Infektionsschutzgesetzes erfolgen, nicht länger gedauert hätten als erlaubt und dass die Kommunikation zwischen den Behörden sehr gut und reibungslos funktioniert habe. Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner verteidigt das Krisenmanagement, kündigt jedoch auch an, die einzelnen Abläufe auf den Prüfstand stellen zu wollen.

Möglicherweise ist es nun an der Zeit, in der Humanmedizin konsequent auf elektronische Meldewege umzustellen, die deutlich schnellere Melde- und damit auch Reaktionszeiten ermöglichen. Derzeit erfolgen Meldungen zu Infektionskrankheiten vom Arzt über die Gesundheitsämter und Landesstellen an das RKI teilweise noch in Papierform, was für Ausbrüche wie diesen zu langsam und nicht mehr zeitgemäß erscheint.


 

Weitere Links:

 

Robert Koch-Institut

Aktuelle Informationen des Robert Koch-Instituts zum EHEC-Geschehen

 

Bundesinstitut für Risikobewertung

Stellungnahme vom 30. Juni des Bundesinstituts für Risikobewertung zu Sprossen

 

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung

 

Pressemitteilung vom 29. Juni der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) und des Europäischen Zentrums für Prävention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC)

 

Bericht der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) - ausführlicher Bericht zur Sprossenhypothese vom 5. Juli (Aktualisierung dieser News) 

  

Europäisches Zentrum für Prävention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC)

 

Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA)


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